heute hat die RZ meinen vorerst letzten leserbrief zum hiesigen thema abgedruckt - leider hat man ihn gekürzt, unter anderem um meine treffendste aussage als antwort auf 3 leserbriefe am mittwoch, wo die RZ titelte: Ohne euch sind wir ärmer.
dann gibts jetzt hier die ungekürzte version meines heute veröffentlichten leserbriefes.
oh oh, da wollen sich paar Leut auf mich einschießen; das hab ich aber gar nicht verdient. Dann will ich Ihnen meinen Standpunkt mal ganz klar verdeutlichen:
Vor vielen Jahren hatte ich für mich beschlossen, diesen Politikzirkus zu ignorieren, ich sehe Taktieren um Machtpositionen, rücksichtsloses Kämpfen um den eigenen bzw. den Vorteil einer Gruppe - in meinem Bild von der Welt wirkt das sehr destruktiv; mit der Konsequenz, daß ich dieses Thema sehr viele Jahre ausblendete. Nun dachte ich, in einem so überschaubaren Gemeinwesen wie einem Dorf, einer Verbandsgemeinde sei das anders, sei das persönlicher. Man kennt sich, geht auf die Bedürfnisse des einzelnen Bürgers sehr viel individueller ein, als das in der Mainzer-/Berliner Politik der Fall sein kann.
Aus meiner Sicht ist es absolut RESPEKTLOS, wie von den VG-Gremien in Treis mit unserem überdeutlichen Mörsdorfer Mehrheitswillen umgegangen wird. Sich hinter Paragrafen und Formalien zu verschanzen, ist Politikern, die man vielleicht sogar persönlich kennt, die einem immer mal übern Weg laufen können, nicht würdig. Wenn diese Respektlosigkeit vor dem einzelnen Bürger sogar auf kommunaler Ebene um sich greift, und unsere Politiker scheinen auf dem besten Weg dahin, na dann arme Welt. Da muß sich keiner wundern über Politikmüdigkeit/-verdrossenheit der Bürger, über mangelnden Gemeinsinn, über immer mehr um sich greifende Respektlosigkeit - immerhin haben Politiker als Menschen der Öffentlichkeit Vorbildfunktion. Dieser Verantwortung sollten sie sich täglich bewußt sein.
Nun zu den Leserbriefen, in denen ich persönlich angesprochen wurde:
Herr Zenz, selbstverständlich hab ich mir auch die andere Seite angeschaut. Es geht doch gar nicht darum, wie weit wir zu unserem Verwaltungssitz zu fahren haben; mir ist sehr bewußt, daß wir in spätestens 10 Jahren das meiste online erledigen können.
Werden wir allerdings mit der VG Kaisersesch verbandelt, dann sind die Mehrheitsverhältnisse noch weit mehr zu unseren Ungunsten; ein paar Hunsrücker in einer von Mosel und Eifel dann noch stärker dominierten VG. Wie Sie richtig schreiben, ist Wirtschaftsförderung in Kaisersesch angesiedelt, Tourismus an der Mosel - und was bleibt für uns? Oder soll die Solidargemeinschaft, die bei der Windkraft angestrebt wird, auch dahingehend Bedeutung gewinnen, daß wir hier auch von der Kaisersescher Wirtschaftskraft und vom Moseltourismus profitieren?
Bisher sehe ich das, zumindest bezogen auf den Bereich Tourismus, im Vergleich zur Mosel, nicht sehr deutlich. Mörsdorf ist ein Luftkurort, bei der "Mosel"touristik fallen wir als Hunsrückort doch irgendwie durchs Raster. Früher in Mörsdorf ansässige Gewerbebetriebe, die auch Arbeitsplätze anboten, sind jetzt in Kastellaun. Wurde versucht, diese örtlichen Arbeitgeber mit Förderungen in Mörsdorf zu halten? Wir wollen nun sicher nicht den Anblick von Windrädern, wenn per einziger Solidargemeinschaft dann der Erlös woanders hin wandert. Die Strukturverbesserungsgelder des Ministers werden vermutlich auch per demokratischem Mehrheitsbeschluß der neu zu bildenden VG rechtlich einwandfrei und politisch korrekt in den Mehrheitsgegenden eingesetzt.
Ja, es stimmt, wir werden Randgebiet bleiben, hier wie dort. In einer Hunsrück-VG mit homogenen hunsrücker Strukturen hätten wir aus meiner Sicht eher die Chance, gleichberechtigt mit den anderen Hunsrückdörfern unser Dorf weiterzubringen. Im übrigen würden auch in einem solchen Fall "Hochzeits"prämien gezahlt werden. Zwangsverheiratung ist UNMORALISCH. Ohne uns wärt ihr ärmer, titelt die RZ den Leserbrief leicht abgewandelt. Das stimmt, und nur darum geht es. Wären wir eine bis über alle Ohren verschuldete Gemeinde, dann müßten wir diesen Dialog heute wahrscheinlich nicht führen, dann dürften wir mit Kußhand gehen.
Herr Reuter aus Lütz: Daß die Gemeinde Lütz eher zur Mosel als zum Hunsrück tendiert ist klar, wenn man auf eine Landkarte schaut. So soll es dann auch sein. Sie berufen sich mit dem gleichen Zynismus wie der Herr Minister darauf, daß wir Mehrheiten brauchen, um unseren Mörsdorfer Mehrheitswillen durchsetzen zu können. Sie verschanzen sich hinter einem Gesetz, das eine ganze Menge Mängel aufweist. Der Minister hat mehrfach gesagt, daß die Option des Ausscherens aus einem VG-Konstrukt sehr schwierig sei. Diese Möglichkeit des Ausscherens ist aber im 1. Gesetz KVR eindeutig vorgesehen. Dann muß die Politik auch dafür sorgen, daß Gesetze in ihrer Gänze ohne Schwierigkeiten umgesetzt werden können. In anderen VG's waren Abspaltungen möglich - wir haben doch bei uns das gleiche Gesetz umzusetzen, oder etwa nicht? Tja, ohne uns wären sie ärmer ...
Ich zweifle auch nicht an den Fähigkeiten von Herrn Landrat Schnur, aber was seine Moderatorfunktion angeht, da hätte ich mir lieber jemanden gewünscht, der die VG Treis-Karden nicht so gut kennt und von daher mit offenem Geist in alle Richtungen moderieren kann ohne von Emotionen für "seine VG" eingeholt zu werden.
Herr Wehner aus Binningen: Mag sein, daß Sie sich auch mal für unsere Hunsrücker Minderheit eingesetzt haben, das weiß ich nicht, ich will da auch niemandem persönlich zu nahe treten. Meine Meinung zu all dem hab ich weiter oben bereits geschrieben, alles andere wäre Wiederholung.
Nur eines noch an alle in diesem Thema gegen uns Agierenden: diese ganze politische Taktiererei, wo es gar nicht mehr um die Menschen und deren Gefühle und Bedürfnisse geht, sondern nur um Machtpositionen, ist mir extrem suspekt - und ich fühle mich da mittendrin überhaupt nicht wohl.
Vor vielen Jahren hatte ich für mich beschlossen, diesen Politikzirkus zu ignorieren, ich sehe Taktieren um Machtpositionen, rücksichtsloses Kämpfen um den eigenen bzw. den Vorteil einer Gruppe - in meinem Bild von der Welt wirkt das sehr destruktiv; mit der Konsequenz, daß ich dieses Thema sehr viele Jahre ausblendete. Nun dachte ich, in einem so überschaubaren Gemeinwesen wie einem Dorf, einer Verbandsgemeinde sei das anders, sei das persönlicher. Man kennt sich, geht auf die Bedürfnisse des einzelnen Bürgers sehr viel individueller ein, als das in der Mainzer-/Berliner Politik der Fall sein kann.
Aus meiner Sicht ist es absolut RESPEKTLOS, wie von den VG-Gremien in Treis mit unserem überdeutlichen Mörsdorfer Mehrheitswillen umgegangen wird. Sich hinter Paragrafen und Formalien zu verschanzen, ist Politikern, die man vielleicht sogar persönlich kennt, die einem immer mal übern Weg laufen können, nicht würdig. Wenn diese Respektlosigkeit vor dem einzelnen Bürger sogar auf kommunaler Ebene um sich greift, und unsere Politiker scheinen auf dem besten Weg dahin, na dann arme Welt. Da muß sich keiner wundern über Politikmüdigkeit/-verdrossenheit der Bürger, über mangelnden Gemeinsinn, über immer mehr um sich greifende Respektlosigkeit - immerhin haben Politiker als Menschen der Öffentlichkeit Vorbildfunktion. Dieser Verantwortung sollten sie sich täglich bewußt sein.
Nun zu den Leserbriefen, in denen ich persönlich angesprochen wurde:
Herr Zenz, selbstverständlich hab ich mir auch die andere Seite angeschaut. Es geht doch gar nicht darum, wie weit wir zu unserem Verwaltungssitz zu fahren haben; mir ist sehr bewußt, daß wir in spätestens 10 Jahren das meiste online erledigen können.
Werden wir allerdings mit der VG Kaisersesch verbandelt, dann sind die Mehrheitsverhältnisse noch weit mehr zu unseren Ungunsten; ein paar Hunsrücker in einer von Mosel und Eifel dann noch stärker dominierten VG. Wie Sie richtig schreiben, ist Wirtschaftsförderung in Kaisersesch angesiedelt, Tourismus an der Mosel - und was bleibt für uns? Oder soll die Solidargemeinschaft, die bei der Windkraft angestrebt wird, auch dahingehend Bedeutung gewinnen, daß wir hier auch von der Kaisersescher Wirtschaftskraft und vom Moseltourismus profitieren?
Bisher sehe ich das, zumindest bezogen auf den Bereich Tourismus, im Vergleich zur Mosel, nicht sehr deutlich. Mörsdorf ist ein Luftkurort, bei der "Mosel"touristik fallen wir als Hunsrückort doch irgendwie durchs Raster. Früher in Mörsdorf ansässige Gewerbebetriebe, die auch Arbeitsplätze anboten, sind jetzt in Kastellaun. Wurde versucht, diese örtlichen Arbeitgeber mit Förderungen in Mörsdorf zu halten? Wir wollen nun sicher nicht den Anblick von Windrädern, wenn per einziger Solidargemeinschaft dann der Erlös woanders hin wandert. Die Strukturverbesserungsgelder des Ministers werden vermutlich auch per demokratischem Mehrheitsbeschluß der neu zu bildenden VG rechtlich einwandfrei und politisch korrekt in den Mehrheitsgegenden eingesetzt.
Ja, es stimmt, wir werden Randgebiet bleiben, hier wie dort. In einer Hunsrück-VG mit homogenen hunsrücker Strukturen hätten wir aus meiner Sicht eher die Chance, gleichberechtigt mit den anderen Hunsrückdörfern unser Dorf weiterzubringen. Im übrigen würden auch in einem solchen Fall "Hochzeits"prämien gezahlt werden. Zwangsverheiratung ist UNMORALISCH. Ohne uns wärt ihr ärmer, titelt die RZ den Leserbrief leicht abgewandelt. Das stimmt, und nur darum geht es. Wären wir eine bis über alle Ohren verschuldete Gemeinde, dann müßten wir diesen Dialog heute wahrscheinlich nicht führen, dann dürften wir mit Kußhand gehen.
Herr Reuter aus Lütz: Daß die Gemeinde Lütz eher zur Mosel als zum Hunsrück tendiert ist klar, wenn man auf eine Landkarte schaut. So soll es dann auch sein. Sie berufen sich mit dem gleichen Zynismus wie der Herr Minister darauf, daß wir Mehrheiten brauchen, um unseren Mörsdorfer Mehrheitswillen durchsetzen zu können. Sie verschanzen sich hinter einem Gesetz, das eine ganze Menge Mängel aufweist. Der Minister hat mehrfach gesagt, daß die Option des Ausscherens aus einem VG-Konstrukt sehr schwierig sei. Diese Möglichkeit des Ausscherens ist aber im 1. Gesetz KVR eindeutig vorgesehen. Dann muß die Politik auch dafür sorgen, daß Gesetze in ihrer Gänze ohne Schwierigkeiten umgesetzt werden können. In anderen VG's waren Abspaltungen möglich - wir haben doch bei uns das gleiche Gesetz umzusetzen, oder etwa nicht? Tja, ohne uns wären sie ärmer ...
Ich zweifle auch nicht an den Fähigkeiten von Herrn Landrat Schnur, aber was seine Moderatorfunktion angeht, da hätte ich mir lieber jemanden gewünscht, der die VG Treis-Karden nicht so gut kennt und von daher mit offenem Geist in alle Richtungen moderieren kann ohne von Emotionen für "seine VG" eingeholt zu werden.
Herr Wehner aus Binningen: Mag sein, daß Sie sich auch mal für unsere Hunsrücker Minderheit eingesetzt haben, das weiß ich nicht, ich will da auch niemandem persönlich zu nahe treten. Meine Meinung zu all dem hab ich weiter oben bereits geschrieben, alles andere wäre Wiederholung.
Nur eines noch an alle in diesem Thema gegen uns Agierenden: diese ganze politische Taktiererei, wo es gar nicht mehr um die Menschen und deren Gefühle und Bedürfnisse geht, sondern nur um Machtpositionen, ist mir extrem suspekt - und ich fühle mich da mittendrin überhaupt nicht wohl.
In diesem Sinn verstehe ich es auch, daß nicht noch mehr Leute sich zu Wort gemeldet haben - RESIGNATION nennt man das -
Sie dürfen stolz drauf sein, was Sie damit in unserer DEMOKRATIE erreicht haben.
Sie dürfen stolz drauf sein, was Sie damit in unserer DEMOKRATIE erreicht haben.
Setzen Sie Ihre Positionen gegen uns durch. Vertrauen und Respekt von mir und von vielen anderen Bürgern dürfen Sie dafür nicht erwarten.
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